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Steuerberater · Backup

Backup-Strategie für Steuerkanzleien

GoBD-konforme Backup-Architektur für DATEV-Umgebungen — 3-2-1-Regel, Restore-Tests, Offsite-Sicherung, Verfahrensdokumentation. Konzept und Betrieb durch KMGIT in Sachsen-Anhalt.

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Ein Backup ist die Versicherung Ihrer Kanzlei gegen Datenverlust. Anders als bei einer Sachversicherung greift die Versicherung allerdings nur, wenn Sie regelmäßig prüfen, ob das Backup tatsächlich funktioniert. Wir haben gesehen — und gerettet — Kanzleien, die jahrelang Backups gemacht haben, deren Restore am Tag X aber fehlschlug. Das passiert.

Die 3-2-1-Regel — angewendet auf eine Steuerkanzlei

Für eine typische 10-Plätze-Kanzlei sieht unser Standard-Setup so aus:

  • Kopie 1 — produktiv: Daten auf dem Server / der NAS, mit RAID-5- oder RAID-6-Schutz. Schützt vor einzelnen Festplatten-Defekten, aber nicht vor Verschlüsselung durch Ransomware oder Hardware-Totalverlust.
  • Kopie 2 — tägliches Cloud-Backup: Verschlüsselte inkrementelle Sicherung in ein zertifiziertes deutsches Rechenzentrum. Schützt vor Standort­schäden, Diebstahl, Hardware-Defekt der NAS. Wiederherstellung typisch innerhalb 4–24 Stunden.
  • Kopie 3 — Quartals-Offline: Vollsicherung auf eine externe Festplatte, die für 90 Tage offline gelagert wird. Schützt vor Ransomware-Angriffen, die alle online erreichbaren Backups kompromittieren — der häufigste Angriffsvektor 2024–2026.

Aufbewahrungsfristen — GoBD und steuerrechtlich

Buchungsbelege müssen nach §147 AO 10 Jahre aufbewahrt werden. Geschäftsbriefe und ähnliche Unterlagen 6 Jahre. Diese Fristen gelten ab Ende des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte.

Für die Backup-Strategie heißt das: Tagesbackups bewahren wir mindestens 14 Tage auf, Monatsbackups 12 Monate, Jahresbackups 10 Jahre. Die Quartals-Offline-Backups halten wir 1 Jahr — danach werden sie überschrieben oder vernichtet. Sehen Sie sich auch unsere Seite zur GoBD-konformen Archivierung an — Backup und revisionssichere Archivierung sind verwandte, aber unterschiedliche Themen.

Ransomware-Resilienz — der Air-Gap

Ransomware-Angreifer suchen gezielt nach Backup-Servern, weil sie ohne Backup mehr Lösegeld erwarten können. Erfolgreiche Angriffe 2024–2026 haben oft NAS-Backups und Cloud-Sync-Backups gleichzeitig kompromittiert, weil sie online erreichbar waren.

Schutz: mindestens eine Backup-Kopie muss offline sein. Das bedeutet eine physische Trennung — externe Festplatte im Tresor, Tape im Bankschließfach, oder eine Cloud-Variante mit unveränderbarer Versionierung (Object-Lock / WORM). Wir setzen je nach Kanzlei-Größe alle drei Varianten ein. Mehr zum Thema in unserer Antivirenlösungen-Seite.

RPO und RTO — was Sie als Kanzlei definieren müssen

RPO (Recovery Point Objective): Wie viel Datenverlust können Sie verkraften? Bei stündlichen Backups: max. 1 Stunde Arbeit verloren. Bei täglichen Backups: bis zu 24 Stunden. Wir empfehlen für Kanzleien in Steuerterminzeiten stündliche Backups der DATEV-Datenbank, in ruhigeren Zeiten reichen 6-Stunden-Intervalle.

RTO (Recovery Time Objective): Wie lange dürfen Sie nach einem Vorfall ausfallen? Für eine produktive Kanzlei realistisch: 4 Stunden für einen Einzelplatz, 24 Stunden für den Server, 72 Stunden für komplette Standort-Wiederherstellung nach Totalausfall. Diese Werte legen wir vertraglich fest.

Was Sie heute tun können

  • Prüfen Sie: Wann wurde der letzte erfolgreiche Restore-Test durchgeführt? Wenn die Antwort „weiß ich nicht" lautet, ist das ein ernsthaftes Problem.
  • Prüfen Sie: Ist mindestens eine Backup-Kopie offline / physisch getrennt? Wenn nicht, sind Sie gegen Ransomware nur teilweise geschützt.
  • Prüfen Sie: Wie lange ist Ihre RTO? Schreiben Sie eine Antwort auf. Wenn sie länger ist als 72 Stunden, sollten Sie sich Sorgen machen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre aktuelle Backup-Strategie eine GoBD- und Ransomware-belastung übersteht, vereinbaren Sie ein unverbindliches Backup-Audit über das Kontaktformular. Wir prüfen Ihre Architektur, geben eine Einschätzung und konkrete Verbesserungs­schritte.

Konkret im Liefer-Umfang

Was Sie konkret bekommen

  • 01 Backup-Konzept gemäß 3-2-1-Regel (3 Kopien, 2 Medien, 1 offsite)
  • 02 Tägliche inkrementelle Backups, wöchentliche Vollsicherung, Quartals-Offline-Sicherung
  • 03 Wiederherstellungs-Tests monatlich mit dokumentiertem Protokoll
  • 04 GoBD-konforme Aufbewahrungsfristen (10 Jahre für Buchungsbelege)
  • 05 Mandantengeheimnis-konforme Verschlüsselung in Ruhe und Transit
  • 06 Ransomware-Resilienz durch Offline-Kopie und Air-Gap-Konzept

FAQ

Häufige Fragen

01 Was ist die 3-2-1-Regel und warum so wichtig?

3 Kopien Ihrer Daten (Original + 2 Backups), auf 2 unterschiedlichen Medien (z. B. NAS + Cloud), 1 davon offsite (außerhalb der Kanzleiräume). Diese Architektur überlebt Festplatten-Defekte, Wasserschaden im Serverraum, Brand, Diebstahl und — wichtigste Bedrohung 2026 — Ransomware. Eine einzelne Cloud-Kopie reicht nicht: wenn Ransomware die Server-Freigabe verschlüsselt, ist die Cloud-Sync-Kopie auch betroffen.

02 Wie oft testen Sie tatsächlich, ob ein Restore funktioniert?

Monatlich, mit schriftlichem Protokoll. Wir stellen eine zufällig ausgewählte Datei oder ein komplettes Mandanten-Verzeichnis auf einem Test-Volume wieder her und prüfen die Integrität. Das Protokoll bekommen Sie als Anlage zum monatlichen Statusbericht.

03 Was kostet eine vernünftige Backup-Lösung für 10 Plätze?

Einmalige Investition typisch 3 000–6 000 € für NAS-Hardware mit ausreichender Kapazität, Cloud-Backup-Lizenz und Konfiguration. Laufende Kosten ca. 60–150 €/Monat für Cloud-Speicher und Monitoring. Im Verhältnis zum Risiko eines Datenverlusts (Mandanten-Vertrauen, Bearbeitungsfristen, mögliche Schadensersatz-Forderungen) ist das günstig.

04 Wo werden die Backups gespeichert?

Lokal: NAS in Ihrer Kanzlei (Festplattenverbund mit RAID-Schutz). Cloud: zertifizierte deutsche Rechenzentren — siehe unsere Hosting-Leistung. Quartals-Offline: verschlüsselte externe Festplatten, die wir bei Ihnen abholen und in einem feuerfesten Tresor unseres Büros lagern. Alternativ: Mandanten-eigener Bankschließfach.

05 Sind die Backups DSGVO-konform?

Ja — sofern die Architektur das vorsieht. Konkret: AVV mit Cloud-Backup-Anbieter, EU-Standort, Verschlüsselung in Ruhe (AES-256), Verschlüsselung in Transit (TLS 1.2+), Schlüssel-Management bei Ihnen (Kanzlei) oder vereinbart als Auftragsverarbeitung. Wir richten genau dieses Setup ein.

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