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Steuerberater · Microsoft 365

Microsoft 365 für Steuerkanzleien

M365-Tenant-Setup, AVV-Verträge, Schrems-II-Bewertung und DSGVO-konforme Konfiguration für Steuerkanzleien — pragmatisch erklärt von KMGIT in Sachsen-Anhalt.

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Microsoft 365 ist für deutsche Steuerkanzleien das mit Abstand häufigste Office-Setup. Trotzdem ist die Konfiguration nicht trivial: Falsch eingerichtet, kann ein M365-Tenant Daten unverschlüsselt in andere Microsoft-Regionen synchronisieren und Mandantengeheimnis-Pflichten verletzen. Richtig konfiguriert, erfüllt M365 DSGVO und §203 StGB zuverlässig.

Welchen Plan wählen?

Für Steuerkanzleien sehen wir in 80% der Fälle Microsoft 365 Business Premium als richtige Wahl. Der Plan kombiniert Office-Anwendungen (Outlook, Word, Excel, Teams) mit Defender for Business (Endpoint-Schutz) und Intune (Geräteverwaltung). Ohne diese Security-Bausteine ist eine Steuerkanzlei unter heutigen Bedrohungs-Szenarien schlicht nicht ausreichend abgesichert.

Für sehr kleine Kanzleien (1–3 Plätze) kann Business Standard zusätzlich mit einem separaten Endpoint-Schutz arbeiten — sehen Sie sich dazu auch unsere Antivirenlösungen an.

Schrems II und das Data Privacy Framework

2020 hat der EuGH das US Privacy Shield gekippt (Schrems-II-Urteil) — seitdem ist Standardvertragsklauseln-Compliance allein nicht mehr ausreichend, sondern erfordert eine zusätzliche Transfer-Impact-Bewertung. Im Juli 2023 hat die EU-Kommission das EU-US Data Privacy Framework (DPF) als neue Rechtsgrundlage anerkannt. Microsoft Corp. ist DPF-zertifiziert.

Praktisch bedeutet das: Datenflüsse zu Microsoft sind heute rechtskonform möglich, wenn (a) der AVV mit Microsoft Irland geschlossen wird und (b) Sie die Datenresidenz auf die EU beschränken. Beides ist Default-Bestandteil unserer M365-Setups für Steuerkanzleien.

Mandantengeheimnis und Zugriffsrechte

§203 StGB verpflichtet Berufsgeheimnisträger:innen — also auch Steuerberater:innen — zur Verschwiegenheit. Bei einem M365-Tenant heißt das konkret:

  • Externe IT-Dienstleister (also wir) brauchen einen ergänzten AVV nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheits­klausel
  • Admin-Zugriffe von uns auf Ihren Tenant werden audit-protokolliert und nur bei expliziter Notwendigkeit ausgeführt — kein Routine-Admin-Login
  • Conditional Access verbietet Zugriffe aus Ländern außerhalb der EU (technische Durchsetzung statt nur Policy)
  • MFA ist Pflicht für alle Konten ohne Ausnahme — auch Service-Accounts

Was wir nicht empfehlen

  • Microsoft 365 Apps for Business (Office ohne E-Mail) — funktioniert nicht zusammen mit DATEV-Workflows
  • Personal-/Family-Pläne im geschäftlichen Einsatz — DSGVO-rechtlich nicht ausreichend abgesichert
  • OneDrive Personal als Mandantendaten-Ablage — kein AVV, kein Audit
  • Default-Tenant-Setup ohne Conditional-Access-Policies — quasi offener Login von jedem Ort der Welt

Migration in der Praxis

Eine typische Migration von On-Premise-Exchange (oder einem Wettbewerbs-Produkt) auf Exchange Online dauert für 10 Postfächer ca. ein Wochenende. Wir beginnen Freitag abends mit dem Mail-Forwarding, übertragen die Inhalte über Nacht und schalten Montag früh auf den neuen Tenant um. Während des gesamten Zeitraums sind Mails empfangbar — Out-of-Office notwendige Zeit unter einer Stunde.

Wir begleiten Sie auch nach der Migration. Über unsere 24h-Notfall-Hotline sind wir bei Anmelde-Problemen, fehlenden Berechtigungen oder Outlook-Synchronisations­fehlern direkt erreichbar.

Konkret im Liefer-Umfang

Was Sie konkret bekommen

  • 01 Auswahl des passenden M365-Plans (Business Standard / Premium / E3 / E5) für Ihre Kanzleigröße
  • 02 Tenant-Setup mit Standort EU (Microsoft-Region Europa)
  • 03 Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Microsoft Irland Operations Ltd.
  • 04 Konfiguration: Datenresidenz, Audit-Logging, Conditional Access, MFA-Pflicht
  • 05 Migration bestehender Postfächer und Dateien — typisch über ein Wochenende
  • 06 Schulung Ihrer Mitarbeiter:innen vor Ort

FAQ

Häufige Fragen

01 Welcher M365-Plan ist für eine Kanzlei mit 10 Plätzen passend?

In den meisten Fällen Microsoft 365 Business Premium. Es enthält Defender for Business (Endpoint-Schutz), Intune (Geräteverwaltung), erweiterte E-Mail-Sicherheit und ermöglicht Conditional Access. Business Standard reicht nicht aus, weil dort die Security-Bausteine fehlen, die Sie für Mandantengeheimnis-Schutz brauchen.

02 Ist Microsoft 365 für eine Steuerkanzlei überhaupt DSGVO-konform?

Mit korrekter Konfiguration: ja. Die Datenresidenz lässt sich auf die EU beschränken, der AVV mit Microsoft Irland ist Standard-Bestandteil, und das DPF-Framework (Data Privacy Framework) gilt seit 2023 als nachgewiesene Schutzbasis nach Schrems II. Wir konfigurieren das Setup so, dass Datenflüsse außerhalb der EU technisch unterbunden werden.

03 Was passiert mit unseren bestehenden Exchange-Postfächern?

Wir migrieren On-Premise-Exchange-Mailboxen via PST-Export oder MAPI-Migration in Exchange Online. Bei kleinem Volumen läuft das oft über eine Nacht. Anschließend werden die alten Postfächer noch 30 Tage parallel aufbewahrt, bevor sie endgültig stillgelegt werden.

04 Wir nutzen DATEV Belegmanager. Funktioniert das weiter mit M365?

Ja. Die Anbindung an Outlook/Exchange Online funktioniert über Modern-Authentication (OAuth 2.0). Wir konfigurieren die DATEV-Belegmanager-Integration im Rahmen der Migration mit. Siehe auch unsere DATEV-Migrationsseite.

05 Was kostet M365 Business Premium pro Arbeitsplatz?

Listenpreis ca. 19,70 € pro Nutzer:in und Monat (Stand 2026). Unsere KMGIT-Vertragskunden bekommen das Setup als Festpreis-Paket einmalig plus die laufenden Lizenzen — keine versteckten Stundensätze für Routinewartung.

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